NeÜ
bibel.heute
Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ), eine Übertragung der Bibel ins heutige Deutsch
Textstand: 24. August 2016
Es handelt sich hier um die offizielle vom Übersetzer gepflegte und ständig verbesserte Ausgabe. Die NeÜ ist nach den untenstehenden Übersetzungsprinzipien konzipiert. Beachten Sie bitte auch das ganze Vorwort!

 © Karl-Heinz Vanheiden 

 

Das Alte Testament:  ///   1.Mose   2.Mose   3.Mose   4.Mose   5.Mose   Josua   Richter   Rut   1.Samuel   2.Samuel   1.Könige   2.Könige   1.Chronik   2.Chronik   Esra   Nehemia   Ester   /// \\\ ///   Hiob   Psalmen   Sprüche   Prediger   Hoheslied   /// \\\ ///   Jesaja   Jeremia   Klagelieder   Hesekiel   Daniel   Hosea   Joel   Amos   Obadja   Jona   Micha   Nahum   Habakuk   Zefanja   Haggai   Sacharja   Maleachi  

Das Neue Testament:  ///   Matthäus   Markus   Lukas   Johannes   Apostelgeschichte   /// \\\ ///   Römer   1.Korinther   2.Korinther   Galater   Epheser   Philipper   Kolosser   1.Thessalonicher   2.Thessalonicher   1.Timotheus   2.Timotheus   Titus   Philemon   Hebräer   Jakobus   1.Petrus   2.Petrus   1.Johannes   2.Johannes   3.Johannes   Judas   /// \\\ ///   Offenbarung  

Ausblick auf die Bibel:  \\\ ///  Die Übersicht

 

Vorwort des Übersetzers

Die Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ) ist eine Übertragung der Bibel ins heutige Deutsch (bibel.heute). Sie wurde unter Zuhilfenahme deutsch- und englischsprachiger Übersetzungen und Kommentare und unter Beachtung des hebräischen, aramäischen und griechischen Grundtextes erarbeitet. Die Übersetzung versucht Sinn und Struktur des Textes zu erfassen und auch für einen Leser aus nichtchristlichem Umfeld verständlich wiederzugeben. Dabei legt sie wesentlich größeren Wert auf die sprachliche Klarheit, als auf eine wörtliche Wiedergabe.

Unsere Übersetzung verzichtet darauf, bestimmte Begriffe des Grundtextes immer gleich zu übersetzen, sondern passt sie dem jeweiligen Textzusammenhang und dem deutschen Sprachgefühl an. Bei den poetischen Stücken der Bibel haben wir versucht, die Texte in einem gewissen Sprachrhythmus wiederzugeben, den man beim lauten Lesen gut erkennt (im Satz mit Virgel [/] markiert). Überhaupt ist die NeÜ bibel.heute bewusst für hörbares Lesen konzipiert. Deshalb ist sie auch gut zum Vorlesen geeignet.

Die Übersetzung ist als Einführung in die Bibel gedacht, die ein großflächiges Lesen ermöglicht. Sie soll einen Eindruck von der lebendigen Kraft, aber auch von der Schönheit des Wortes Gottes vermitteln. Letztlich soll sie wie jede Übersetzung zum Glauben an Jesus Christus, den Messias Israels und Sohn Gottes, führen.

Die Fußnoten

Die Anmerkungen in den Fußnoten erklären die Begriffe und Hintergründe, die nicht aus dem unmittelbaren Textzusammenhang heraus verständlich sind, sobald sie das erste Mal in einem biblischen Buch auftauchen.

Die Grundlage aller unserer Bibelausgaben bilden Handschriften, Abschriften von Abschriften der inspirierten Originale. Aus den Tausenden von erhaltenen Handschriften des Alten und Neuen Testaments können wir den Grundtext so gut rekonstruieren, dass wir praktisch vom Original ausgehen können. Es gibt nur wenige Textstellen, an denen die Quellen kein eindeutiges Bild vermitteln. Auf solche abweichenden Lesarten wird in den Anmerkungen verwiesen.

Der Gottesname im Alten Testament

In dieser Übersetzung wird der alttestamentliche Gottesname, der im Hebräischen nur aus den vier Konsonanten J.H.W.H besteht, mit Jahwe wiedergegeben. Er kommt im Alten Testament mehr als 6800-mal vor und wurde von den Israeliten mit Ehrfurcht aber unbefangen zur Bezeichnung und Anbetung Gottes gebraucht. Im Neuen Testament kommt JHWH nicht vor. Dort ist uns der Name Jesus gegeben worden, mit dem wir Gott ansprechen und von ihm reden dürfen.

Nach allem, was wir wissen, wurde der Gottesname im Alten Testament als Jahwe ausgesprochen. Diese Aussprache kommt der Bedeutung des Namens nach 2. Mose 3,14 am nächsten. Doch seit der Zeit des Pharisäismus und Hellenismus, die etwa 150 Jahre vor Christus begann, wagten es die Juden nicht mehr, den Gottesnamen überhaupt in den Mund zu nehmen. Nach jüdischer Überlieferung wurde es nur noch dem Hohen Priester erlaubt, diesen Namen einmal im Jahr am großen Versöhnungstag auszusprechen.

Deshalb wurde JHWH auch beim Vorlesen der hebräischen Bibel in der Synagoge nicht mehr ausgesprochen, sondern durch Adonai (Herr) oder ha-schem (der Name) ersetzt. Nun wurde der gesamte hebräische Bibeltext aber bis ins achte Jahrhundert nach Christus immer nur als reiner Konsonantentext überliefert. Die Vokale wurden beim Lesen automatisch ergänzt. Weil dies aber zu Missverständnissen führen konnte und nach den vielen Jahrhunderten die richtige Aussprache auch bei den meisten Juden nicht mehr geläufig war, fügten jüdische Schriftgelehrte, die sogenannten Masoreten, etwa zwischen 800 und 1000 nach Christus, Vokalzeichen zum schriftlichen Text hinzu. Bei JHWH setzten sie aber nicht die "richtigen" Vokale ein, sondern meist die von Adonai. Spätere mittelalterliche Gelehrte, die diesen Hintergrund nicht kannten, lasen dann Jehowah. So entstand der für Juden falsche Name Jehova.

Die meisten deutschen Bibelübersetzungen folgen deshalb seit Luther der spätjüdischen Praxis und ersetzen den Namen Gottes durch den Begriff "HERR". Das führt im Alten Testament häufig zu der unschönen Konstruktion "Herr HERR" wo im hebräischen Text Adonai Jahwe steht (281-mal). Die vorliegende Arbeit wollte jedoch den heiligen Gottesnamen Jahwe im Bibeltext erhalten, der von Petrus und Paulus (Apostelgeschichte 2,21; Römer 10,13) sogar direkt auf den Namen Jesus bezogen wird.

Christus, der Messias

Der hebräische Begriff Messias bedeutet Gesalbter und heißt auf Griechisch Christus. In Israel wurden Könige und Hohe Priester durch eine feierliche Salbung in ihr Amt eingeführt. Gott hatte seinem Volk Israel nun einen Messiaskönig versprochen, der ein Nachkomme Davids und gleichzeitig Hoher Priester sein würde. Deshalb wird der Christus im Neuen Testament noch einige Male im Sinn des Messiaskönigs verwendet, tendiert in seinem Gebrauch aber mehr und mehr zum Eigennamen. Gemeint ist immer Jesus Christus der alle rettet, die an ihn glauben.

Biblische Chronologie

Durch ihre vielfältigen Zeitangaben (Lebensalter, Alter bei Geburt des ersten Sohnes, bei Herrschaftsantritt eines Königs, Regierungsjahre u.a.) ermöglicht es die Bibel, eine nahezu lückenlose Chronologie des Alten Testaments von der Geburt Abrahams bis zur Zeit Nehemias zu erstellen. Die Ereignisse werden dabei in Beziehung zueinander gesetzt, z.B. so:

Im fünften Regierungsjahr von Joram Ben-Ahab, dem König von Israel, trat Joram Ben-Joschafat, der bis dahin nur Mitregent war, die Herrschaft über Juda an. Er war damals 32 Jahre alt und regierte acht Jahre in Jerusalem. (2. Könige 8,16-17)

Auf diese Weise entsteht unter Berücksichtigung von Mitregentschaften, unterschiedlichen Datierungsarten, Zählweisen und Kalendersystemen eine chronologische Kette. Manchmal werden Ereignisse auch zu wesentlich früheren Zeiten in Beziehung gesetzt, wie der Beginn des Tempelbaus in Jerusalem zum Auszug Israels aus Ägypten:

Im April des 4. Jahres, in dem Salomo über Israel regierte es war das 480. Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten , begann der König das Haus für Jahwe zu bauen. (1. Könige 6,1).

Wenn man diese Angabe ernst nimmt und außerdem beachtet, dass im Richterbuch einige Richter nur regionale Bedeutung hatten und teilweise gleichzeitig regierten, bekommt man eine relative Chronologie bis zum Auszug Israels aus Ägypten. (Diese Frühdatierung gewinnt neuerdings wieder archäologische Relevanz durch eine Revision der Chronologie Ägyptens und die daraus folgende Neueinordnung archäologischer Epochen im Gebiet Israels.)

Für noch weiter zurückliegende Ereignisse können keine genauen Angaben gemacht werden, weil hierfür nur die Geschlechtsregister vorliegen, deren Strukturen (wie z.B. Matthäus 1,1-17) Lücken nicht generell ausschließen.

Um die relative alttestamentliche Chronologie in eine absolute Chronologie umzuwandeln, benötigt man mindestens einen Fixpunkt, an dem die biblischen Angaben mit unabhängig überlieferten außerbiblischen Angaben zusammentreffen, deren Datum man genau angeben kann. Für das Alte Testament bietet die Schlacht von Karkar dieses Datum, das mit Hilfe assyrischer Aufzeichnungen und einer astronomisch datierbaren Sonnenfinsternis (15. Juni 763 v.Chr.) auf das Jahr 853 v.Chr. festgelegt werden kann, das Todesjahr des Königs Ahab von Israel.

Für das Neue Testament, das nur einen Zeitraum von etwa 100 Jahren umfasst, stehen als Fixpunkte der Chronologie das 15. Jahr des Kaisers Tiberius zur Verfügung, das ins Jahr 27 n.Chr. für den Beginn der Wirksamkeit Johannes des Täufers führt (Lukas 3,1) und vor allem der Aufenthalt Gallios als Prokonsul in Korinth, der unter anderem durch eine Inschrift bezeugt ist und auf den 1. Juli 51 30. Juni 52 datiert werden kann. In dieser Zeit ist Paulus ihm dort begegnet (Apostelgeschichte 18,12-17).

Der Schaltmonat

Der hebräische Kalender kombinierte das Sonnen- mit dem Mondjahr: die Sonne bestimmte das Jahr in seinem landwirtschaftlichen Rhythmus, der jeweilige Neumond bestimmte die 12 Monate von abwechselnd 29 und 30 Tagen Länge. Das heilige Jahr begann mit dem Neumond der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche. Weil das Mondjahr aber rund elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, musste etwa alle drei Jahre ein Schaltmonat von 30 Tagen eingefügt werden (genauer: dreimal in acht Jahren). Welche Jahre nun die Schaltjahre wurden, ist für die Zeit des Alten Testaments nicht mehr feststellbar. Schon von daher ist es nicht möglich, die biblischen Datumsangaben mit einem genauen Datum des heutigen gregorianischen Kalenders wiederzugeben. Und selbst wenn man den genauen Beginn des Schaltmonats im entsprechenden Jahr kennen würde (wie in Babylon seit 425 v.Chr., wo man sieben Schaltmonate in 19 Jahren einfügte), bleibt immer noch eine Schwankungsbreite von durchschnittlich 14 Tagen für den Jahresbeginn.

Um dennoch die vielen konkreten biblischen Angaben verständlich und anschaulich zu übertragen, gehen wir von einem normalen Jahr aus und setzen den 1. des 1. Monats (Nisan) gleich dem 1. April, den 1. des 2. Monats (Ijjar) gleich dem 1. Mai usw. Damit können wir die biblischen Tageszählungen im Monat beibehalten und bleiben mit ausreichender Genauigkeit im erkennbaren Rahmen.

Die Tageszeiten

Die im Neuen Testament vorkommenden Angaben für die Tageszeit wie 7. Stunde, 11. Stunde können nie mit einer exakten Uhrzeit wiedergegeben werden, etwa 13 oder 17 Uhr. Stunde meint immer eine ganze Zeitspanne, ein Zwölftel des hellen Tages oder ein Zwölftel der Nacht. Die Länge dieser Zeitspannen schwankte beträchtlich, nicht nur zwischen Tag und Nacht, sondern auch mit der Jahreszeit. Nur zweimal im Jahr, zur Tag-und-Nacht-Gleiche waren diese Zeitspannen gleich lang und entsprachen unserer 60-Minuten-Stunde. Nähere Erläuterungen sind unter derbibelvertrauen.de Suchwort: "Tageszeiten" zu finden.

Wir haben deshalb in dieser Übersetzung die Stundenangaben so wiedergegeben, wie man es mit heutigen Begriffen ohne Kenntnis einer Uhr ausdrücken könnte, wie "kurz nach dem Mittag" oder "am späten Nachmittag". In den jeweiligen Fußnoten ist die wörtliche Stundenangabe vermerkt.

Maße und Gewichte

Für Maße, Gewichte, Geld- und Zeiteinheiten sind grundsätzlich Umrechnungen und Begriffe verwendet worden, die im deutschsprachigen Umfeld verständlich und vorstellbar sind. Dabei wurde gewöhnlich auf- oder abgerundet. Die Originalangaben finden sich dann in den Fußnoten.

Abkürzungen und Schreibweisen

LXX = Griechische Übersetzung des Alten Testaments, die im 3. Jahrhundert v.Chr. in Alexandria entstand, die sogenannte Septuaginta (=LXX). Sie hatte Jahrhunderte lang eine große Bedeutung für Juden und Christen.

n.Chr. = nach Christus. Die Zählung wurde erst im Jahr 532 n.Chr. eingeführt (im 248. Jahr nach der Thronbesteigung des römischen Kaisers Diokletian) und hat sich allgemein durchgesetzt, obwohl sie heute meist mit "u. Z." (unsere Zeitrechnung) wiedergegeben wird.

v.Chr. = vor Christus. Man beachte, dass es ein Jahr Null nie gegeben hat. Dem Jahr 1 v.Chr. folgt in den Berechnungen unmittelbar das Jahr 1 n.Chr.

o, i = Trema. Der horizontale Doppelpunkt über einem Vokal bedeutet, dass nebeneinanderstehende Vokale getrennt gesprochen werden, zum Beispiel Lo-s, Eli-ser.

 

Der Übersetzer bedankt sich herzlich bei allen, die durch Korrekturen und Verbesserungsvorschläge mitgeholfen haben, dass das Werk so weit gedeihen konnte. Er ist aber nach wie vor für jeden Hinweis dankbar.

Karl-Heinz Vanheiden